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HRV-Analyse - Variable Herzfrequenz als Ausdruck von Gesundheit

Vielleicht ist es Ihnen schon bei sich selbst aufgefallen oder wenn Sie den Herzschlag von Kindern spüren: Die Herzfrequenz schwankt sehr stark. Beim Einatmen wird der Herzschlag schneller, beim Ausatmen langsamer.

Schwankungen des Herzschlages sind völlig normal, sie sind sogar Ausdruck der Gesundheit. Der Zeitabstand von Herzschlag zu Herzschlag variiert beim Gesunden sehr stark. Mit dem Älterwerden und beim Kranken nimmt die Variabilität des Herzschlages ab.

Eine hohe Variabilität der Herzfrequenz ist ein Zeichen hoher Anpassungsfähigkeit – eine reduzierte Variabilität hingegen ist ein Ausdruck von Störungen im autonomen (unwillkürlichen) Nervensystem oder von krankhaften Zuständen.

„Wenn der Herzschlag so regelmäßig wie das Klopfen des Spechts oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von vier Tagen sterben.“

(Wang Shu-he, chinesischer Arzt, 3. Jh. n. Chr.)

HRV-Analyse in der Medizin

Dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen ist mittlerweile als Herzraten-Variabilitäts-Analyse (HRV-Analyse) Bestandteil der modernen medizinischen schulmedizinischen Diagnostik geworden.
Die Forschungen zur Anwendung der HRV-Analyse gehen Jahrzehnte zurück.

  • Frühe Anwendungen gab es schon Anfang der 1960er-Jahre in der Geburtshilfe zur Überwachung des ungeborenen Lebens.
  • Im Laufe der Zeit folgten Forschungen in anderen medizinischen Fachgebieten, so zum Beispiel in der Kardiologie. So konnte in kardiologischen Studien gezeigt werden, dass Patienten mit ausgeprägten Störungen der Durchblutung der Koronargefäße (höhergradige koronare Herzkrankheit) eine signifikant schlechtere HRV hatten als eine Kontrollgruppe mit guter Herzdurchblutung. Darüber hinaus wird die HRV heute als Instrument zur Abschätzung des Risikos nach einem Herzinfarkt eingesetzt.
  • In der Diabetologie wird die HRV unter anderem zur Diagnostik diabetischer Nervenveränderungen genutzt.
  • Auch die Arbeitsmedizin greift schon relativ lange auf die HRV-Analyse zur Diagnostik zurück. So wird die HRV-Analyse zum Beispiel zur Abschätzung des individuellen Herz-Kreislauf-Risikos eines Probanden im Rahmen von betriebsärztlichen Vorsorgeuntersuchungen verwendet. Von Bedeutung ist die HRV für Arbeitsmediziner darüber hinaus beim Nachweis der Neurotoxizität (Giftigkeit für die Nervenfasern) eines langfristig aufgenommenen Schadstoffes oder bei Beanspruchungsanalysen an Arbeitsplätzen.

So funktioniert die HRV-Analyse

Im Rahmen der HRV-Analyse analysieren heute aufwändige Computerprogramme die spezielle Aufzeichnung einer EKG-Kurve des Patienten. Mittlerweile reicht für die meisten Fragestellungen eine Aufzeichnung über fünf Minuten aus.

Wissenschaftlich fundierte Berechnungen aus den erhobenen Daten liefern substantielle Informationen über die Funktion des Sympathikus und des Parasympathikus, also den aktivierenden und den bremsenden Anteil des unwillkürlichen Nervensystems.

Ein Beispiel: Sind wir im Stress, ist häufig die Bremse, der Parasympathikus, schwach. Dadurch überwiegt die Wirkung des Sympathikus. Das ist oft ungünstig für den Organismus: So werden zum Beispiel Schmerz und Entzündung sowie das Entstehen vieler chronischer Erkrankungen durch ein Überwiegen des Sympathikus gefördert.

Die Stärke oder Schwäche von Sympathikus und Parasympathikus können wir in der HRV-Messung erfassen. Das Gute dabei ist: Wir können anhand der HRV-Messung überprüfen, ob unsere Therapieansätze – ob „schulmedizinisch“ oder „naturheilkundlich“ – greifen, ob die HRV besser wird.
Körper, Seele und Geist sind untrennbar miteinander vernetzt und verbunden – dies zeigt auch die HRV-Analyse.

Mit den modernen Methoden können die Neurowissenschaften mittlerweile bestätigen, was Menschen aus Erfahrung schon lange wissen: Gute Gefühle sind wichtig! Heute wissen wir, dass sie unter anderem die Funktion des Vagusnerven verbessern – und das ist mit besserer Gesundheit verbunden. Gut, dass die HRV dies messbar gemacht hat.

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