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Die Pest - nicht nur eine Legende

(englische Bezeichnung: plague)

Die Pest ist eine hochgradig ansteckende Erkrankung von Nagetieren (z.B. Ratten). Über Flöhe dieser Nager wird der Erreger, das Bakterium Yersinia pestis, auf den Menschen übertragen. Ist der Mensch infiziert kann die Infektion auch über Tröpfchen oder Kontakt mit infiziertem Material von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Bei Menschen ruft der Erreger eine schwere Krankheit hervor, die nicht selten tödlich verläuft und sehr ansteckend ist.

Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Formen der Pest: die Beulenpest und die Lungenpest. In einigen Gebieten der Welt gibt es noch Naturpestherde, wie zum Beispiel in Tansania, Madagaskar, Teilen der USA und in der Mongolei.

Mehrere große Pandemien in den letzten Jahrhunderten rafften große Anteile der Bevölkerung dahin. Man war der Erkrankung gegenüber völlig hilflos. Die Ärzte konnten sich nur unzureichend vor der Infektion durch die Lungenpest schützen.

„Doctor Schnabel von Rom“ Kupferstich von Paulus Fürst 1656 (nach J. Columbina). Durch diese Kleidung hofften die Ärzte während der Pestepidemie von 1656 in Rom, sich vor der Pestansteckung zu schützen. Sie trugen einen Wachsmantel, eine Art Schutzbrille, eine Pestmaske und Handschuhe. In dem Schnabel befand sich eine „wolriechende Specerey“.

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sechs Tage. Dann beginnt die Krankheit plötzlich mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Benommenheit und schwerem Krankheitsgefühl. Bei der Beulenpest erfolgt die Ansteckung gewöhnlich durch den Biss eines Rattenflohs, es entwickelt sich eine Schwellung der Lymphknoten und Knoten in der Haut, die Pestbeulen (Bubonen), die sehr schmerzhaft sind und bis zu zehn Zentimeter groß werden können. Da die Bakterien auch Gifte produzieren, die das Herz schädigen, kommt es oft zu Herzrhythmusstörungen. Auch das Bewusstsein ist getrübt.

Die Beulenpest ist an und für sich nicht tödlich. Die Beulen können von selbst abheilen. Allerdings kommt es bei einem nicht unbeträchtlichen Teil der unbehandelten Patienten zu einer Streuung der Bakterien über den Blutweg und somit auch zum Befall anderer Organe, zum Beispiel zur Lungenpest.

Die Lungenpest verläuft hochdramatisch mit Atemnot und Husten, und führt unbehandelt sehr schnell zum Tod. Die Lungenpest selbst kann dann durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Damit kann sich die Erkrankung rasend schnell in einer Bevölkerungsgruppe ausbreiten. Die Inkubationszeit beträgt hier nur ein bis zwei Tage, die Sterblichkeitsrate liegt hier bei 95 %.

Heute kann durch die Behandlung mit Antibiotika die Sterblichkeit deutlich gesenkt werden.

Bei der reisemedizinischen Beratung vor Fernreisen muss auch an die Pest gedacht werden, erst Ende 2007 trat in Sambia Lungenpest auf:

Bei einem akuten, zunächst als unklar eingestuften Krankheitsausbruch in Namwala, einer Kleinstadt in der Südprovinz, handelt es sich wahrscheinlich um Lungenpest. Das Infektionsgebiet liegt etwa 220 km westlich von Lusaka und ist touristisch kaum erschlossen. (Aus den reisemedizinischen Informationen des Centrums für Reisemedizin, Düsseldorf).

"Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord …", dieses alte und bekannte Fahrtenlied hat bis heute einen wahren Hintergrund: die Pest ist auf Madagaskar immer noch endemisch, das heißt, es kommt immer wieder zu Krankheitsausbrüchen.

Am 3.12.2014 berichten die reisemedizinischen Informationen des Centrums für Reisemedizin, Düsseldorf, aus Madagskar:

Seit Ende August sind 138 Menschen an Pest erkrankt, 47 von ihnen sind verstorben. Die erste Infektion wurde aus einem Dorf (Distrikt Tsiroanomandidy) im zentralen Hochland gemeldet. Inzwischen sind 16 Distrikte in sieben Regionen betroffen. Auch in der Hauptstadt Antananarivo wurden zwei Fälle registriert. Auf Madagaskar kommt die Krankheit regelmäßig vor und tritt vermehrt in der Regenzeit auf. Schutz vor Flöhen beachten und Kontakt mit infizierten Menschen meiden.

 

Und am 14.12.2016 berichtet die gleiche Quelle ebenfalls aus Madagaskar:

Ende November sind in zwei Gemeinden in der Region Atsimo-Atsinanana im Süd­osten der Insel 31 Menschen an Beulenpest verstorben. Auf Madagaskar kommt die Krankheit regelmäßig vor und tritt vermehrt in der Regenzeit auf. Laut WHO ist es das Land mit den meisten Fällen weltweit. Reisende sollten Schutz vor Flöhen beachten und Kontakt mit infizierten Menschen meiden.

 

Am 5.7.2017  berichten die reisemedizinischen Informationen aus den USA:

Seit Anfang Juni wurden drei menschliche Fälle von Pest im County Santa Fe (Bundes­staat New Mexico) gemeldet. Die Krankheit ist im mittleren Westen der USA verbrei­tet.


Und am 27.9.2017 heißt es dort:

Im September sind mindestens fünf Menschen in Madagaskar an Lungenpest verstorben, es gab mehr als 25 weitere Verdachtsfälle. Auf Madagaskar kommt die Krankheit regelmäßig vor und tritt vermehrt in der Regenzeit auf. Der überwiegende Teil der Patienten entwickelt eine sog. Beulenpest. Laut WHO ist es das Land mit den meisten Fällen weltweit.

 

Am 6.12.2017 wird aus Madagaskar berichtet:

Seit Ende August wurden auf der Insel 2.384 Pest-Erkrankungen und 207 Todes­fälle gemeldet. Die Mehrzahl der Patienten ist an der leicht übertragbaren Lungen­pest erkrankt, die übrigen haben eine Beulenpest entwickelt.

 

Zum Glück geht die Zahl der Pest-Fälle weltweit aber zurück. In den Jahren 2010 bis 2015 wurden weltweit 3.248 Erkrankungen an Pest registriert. 584 davon verliefen tödlich! Früher gab es Tausende Pesttote pro Jahr.


Zur Vorbeugung: übliche Repellents (Vergrämungsmittel zum Auftragen auf die Haut) schützen auch vor Flohbissen.

 

 

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