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Schutz vor Tollwut - Tollwut die unterschätzte Gefahr

TOLLWUT – die unterschätzte Gefahr

Die Tollwut ist eine Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine akute lebensbedrohliche Gehirnentzündung verursacht. Weitere Namen für die Erkrankung sind die Lyssa (griechisch λύσσα), die Rabies (lateinisch) und die Rage (französisch).
Das typische Bild eines tollwütigen Tieres ist der aggressive Hund mit Schaum vor dem Mund.

Aber auch Katzen, Frettchen, Füchse, Dachse, Waschbären, Backenhörnchen, Stinktiere und die Fledertiere können tollwütig werden. Auch Fledermäuse und Flughunde gehören zu typischen Überträgern der Tollwut.

Jedes Jahr sterben weltweit 40.000 bis 70.000 Menschen an Tollwut, die meisten davon in Asien und in Osteuropa. Etwa zehn Millionen Menschen werden jährlich medizinisch behandelt, weil sie unter dem Verdacht stehen, sich an Tollwut angesteckt zu haben.

In Europa wird die Tollwut meist durch den Fuchs übertragen, in Ländern wie zum Beispiel Indien oder Nordafrika gelten eher streunende Hunde als Infektionsquelle.

Deutschland gehört zu den Ländern Europas, in denen durch systematische Bekämpfungsmaßnahmen die Tollwut bei Wild- und Haustieren möglicherweise  vollständig ausgerottet werden konnte.

Es gab vor etwa einem Jahrzehnt aber noch Wildtollwut in Deutschland. Die Bekämpfung der Tollwut zeigte in Deutschland große Erfolge. Während noch im Jahr 1980 insgesamt 6800 Fälle gemeldet wurden, waren es im Jahr 1991 noch 3500, im Jahr 1995 nur 855, im Jahr 2001 noch 50 und 2004 noch 12 gemeldete Fälle. Mit 5 Fällen 2004 am stärksten von der Tollwut betroffen ist der Fuchs.

Zur Bekämpfung der Tollwut wurden in den letzten Jahren – zuletzt 2008 – so genannte Impfköder entweder von Jagdausübungsberechtigten ausgebracht oder, wie in einzelnen Bundesländern, großflächig aus Flugzeugen abgeworfen. Tollwut-Impfköder enthalten eine eine Kapsel mit abgeschwächter Lebendvakzine, umhüllt von einer übelriechenden Fischmehl-Masse.

Diese Impfköder sollten keinesfalls berührt werden, vor allem nicht, wenn sie beschädigt sind und damit die für die Füchse bestimmte Impfflüssigkeit auf die Haut oder in Verletzungen der Haut gelangen könnte.

Falls dies doch geschehen sein sollte – derzeit werden allerdings keine Impfköder ausgelegt – , suchen Sie sofort ärztliche Behandlung auf. Dabei weisen Sie am besten darauf hin, dass sie vermutlich mit Tollwut-Erregern (abgeschwächter Lebend-Impfstoff) aus Impfködern in Kontakt gekommen sind.

Falls die Impfflüssigkeit auf nicht intakte Haut oder gar auf offene Verletzungen gekommen ist,  muss im Prinzip dann so vorgegangen werden, als hätten Sie sich bei einem tollwütigen Tier infiziert.

2004 wurden in Deutschland Tollwutfälle bei Tieren aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein gemeldet.

Mittlerweile (Anfang 2016) gibt es allerdings seit etwa zehn Jahren in der Bundesrepublik Deutschland keine Tollwut mehr bei auf der Erde lebenden Tieren. Deutschland gilt somit nach den Kriterien der "Weltorganisation für Tiergesundheit" seit Ende September 2008 als „frei von klassischer Tollwut“, da seit dem letzten Nachweis des Tollwutvirus im Februar 2006 bei einem Fuchs im Kreis Mainz-Bingen kein Wildtier mehr in Deutschland mit dem Virus identifiziert wurde. Der Erfolg ist im Wesentlichen der Massenimpfung von Füchsen, in Verbindung mit einer freiwilligen Impfung von Haustieren (Hunde, Katzen), zu verdanken, im Mai 2008 wurden vorerst die letzten Impfköder ausgelegt.

Fledermaus-Tollwut

Allerdings wurde im Jahr 2007 in Deutschland das Tollwutvirus bei sechs Fledermäusen nachgewiesen.

Dies ist eine unbedeutende Zahl im Vergleich zu den USA: Nach Angaben des Centers for Disease Control gab es 2007 in den Staaten einen Todesfall bei einem 46-jährigen Mann, der sich über eine Fledermaus infiziert hatte. Zwischen 2000 und 2007 wurden in den USA 25 menschliche Tollwutfälle registriert, 18 davon, das entspricht 72 Prozent, waren auf Fledermauskontakte zurückzuführen. Im nahezu gleichen Zeitraum (2000 bis 2006) wurde das Tollwutvirus in den USA bei 1.692 Fledermäusen nachgewiesen.

Die Bedeutung der Fledermäuse bei der Tollwut-Übertragung wird bislang häufig unterschätzt. Ein besonderes Risiko besteht beim Besuch von Fledermaus-Höhlen, dies sollte vermieden werden.

Auch nachdem Deutschland frei von der "klassischen Tollwut" ist, ereignen sich immer wieder Fälle wie im August 2010 im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz:

Eine Frau fand eine lebende, auf dem Boden liegende Fledermaus und hob sie auf. Das flugunfähige Tier biss seine vermeintliche Retterin und wurde – nach Begutachtung durch die Familie – in eine Fledermauspflegestation gebracht. Nach kurzem Aufenthalt verendete das Tier dort.

Die Untersuchung des Kadavers ergab den Nachweis einer Tollwutinfektion. Die Finderin mitsamt ihrer Familie erhielt eine Postexpositionsprophylaxe (nachträgliche Impfung).

Die Fledermaus-Tollwut ist endemisch in Europa und somit auch in Deutschland.

Zwar wird sie durch andere Tollwutviren als die klassische Tollwut verursacht, dennoch geht von ihr für den Menschen eine prinzipiell gleiche Gefahr aus. In Europa wurden bislang fünf Fälle einer Erkrankung von Menschen dokumentiert.

Fledermäuse wurden als Reservoir von elf der zwölf bisher beschriebenen Tollwutvirus-Spezies identifiziert.

In Europa wird die Fledermaus-Tollwut hauptsächlich durch die Europäischen Fledermaus-Tollwutviren der Typen 1 und 2 (EBLV-1 und -2) hervorgerufen. EBLV-1 und -2 sind eng mit dem klassischen Tollwutvirus verwandt.

(Quelle: Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch Institutes, 28. Februar 2011 / Nr. 8)

Im März 2017 verstarb in Brasllien ein Farmer an Tollwut, der beim Kühemelken von einer Vampirfledermaus gebissen wurde. Die Reduzierung ihres natürlichen Lebensraumes treibt die Fledermäuse zunehmend in urbane Gebiete.

Übertragung

Das Virus gelangt über die Hirnnerven zu den Speicheldrüsen des an Tollwut erkrankten Tieres und ist dann im Speichel des an Tollwut erkrankten Tieres vorhanden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt mit dem Speichel eines tollwütigen Tieres, entweder durch einen Biss, oder aber über kleine Hautverletzungen. Die Infektion ist auch über unverletzte Schleimhaut möglich. In Höhlen mit infizierten Fledermäusen kann das Virus eingeatmet werden.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist prinzipiell möglich, wurde aber in den letzten Jahren in der westlichen Welt nicht mehr beobachtet. Sehr seltene Ausnahmen hiervon sind Übertragungen von Tollwut bei Organtransplantationen.

Infizierte Tiere sind drei bis sieben Tage vor Ausbruch von Symptomen und während der gesamten Erkrankungsdauer ansteckend.


Krankheitsverlauf beim Menschen


Nach einem Biss vermehrt sich das Virus zunächst lokal im Gewebe, um dann über Nervenbahnen ins Gehirn zu wandern. Die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt drei bis etwa zehn Wochen. Auch viel längere Inkubationszeiten sind in Einzelfällen beschrieben worden. Je näher dem Biss am zentralen Nervensystem liegt, umso schneller geht es. Vom Gehirn aus verteilt sich das Virus in die Organe des Betroffenen.

Die Erkrankung beginnt mit unspezifischen Anzeichen: Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, daneben Brennen, Jucken, Taubheit und Stechen im Bereich der Bisswunde. Ist das Gehirn befallen kommt es entweder zu einer Form der Tollwut, die mit wechselnden Bewusstseinsstörungen, aggressiven Phasen, Krämpfen der Schlundmuskulatur beim Schlucken. Allein die Wahrnehmung von Wasser (Sehen oder Hören) kann zu starker Unruhe und Krämpfen führen. Dieses Phänomen gab der Erkrankung früher den Namen "Hydrophobie" (Wasserfurcht). Ferner kommt es zu Speichelfluss (der Speichel kann nicht mehr geschluckt werden) und Schwitzen. Geringste Reize, Geräusche, Licht führen zu Wutanfällen, zu Schreien, Schlagen und Beißen, wobei das  Virus schließlich übertragen wird. Eine andere Form der Erkrankung geht eher mit Lähmungserscheinungen einher. Die Tollwut-Erkrankung führt zu einer Lähmung der Atemmuskulatur und endet immer tödlich. Der Tod tritt meist zwei bis zehn Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome ein.

Nach der Infektion eines Menschen durch den Biss eines infizierten Tieres bleibt das Virus für etwa drei Tage in der Nähe der Eintrittspforte, vermehrt sich dort und gelangt dann über das Innere der Nervenfasern der peripheren Nerven bis in das Rückenmark und schließlich ins Gehirn. Vom Zentralnervensystem, das als Schaltstelle benutzt wird, verbreitet sich das Virus in die Körperorgane.

Erkrankte Haus- oder Nutztiere werden aggressiv, aufgeregt, verhalten sich völlig ungewohnt und werden gegebenenfalls bissig. Bei Wildtieren führt eine Tollwut häufig zum Verlust der natürlichen Scheu vor dem Menschen.

Tollwütige Hunde können besonders aggressiv und bissig werden, sind übererregt, zeigen einen gesteigerten Geschlechtstrieb und bellen unmotiviert („rasende Wut“). Später stellen sich Lähmungen ein, die zu heiserem Bellen, Schluckstörungen (starkes Speicheln, Schaum vor dem Maul), Heraushängen der Zunge führen und infolge Lähmung der Hinterbeine kommt es zum Festliegen. Die Phase der „rasenden Wut“ kann auch fehlen und die Tollwut gleich mit den Lähmungserscheinungen beginnen („stille Wut“).

Vorbeugung und Behandlung

Eine Behandlung einer ausgebrochenen Tollwut-Erkrankung ist bis heute nicht möglich. Ein wirksames Medikament gibt es noch nicht. Behandlungen mit virushemmenden Medikamenten waren bis heute nicht ausreichend erfolgreich. Einige wenige Menschen haben eine Tollwut-Erkrankung mit schwersten Hirnschäden überlebt.

Die Impfung ist der einzige wirksame Schutz vor einer Tollwut-Erkrankung. Heutige Impfstoffe sind relativ schmerzlos und werden in den Arm verabreicht. Es handelt sich um Tot-Impfstoffe  aus inaktivierten Tollwut-Viren, nach deren Injektion der Körper angeregt wird, Antikörper gegen Tollwut-Erreger zu bilden.

Im Grunde genommen sollte man vor einer Reise vorbeugend gegen Tollwut impfen,

  • wenn die Reise in Länder mit hohem Tollwut-Vorkommen führt. Dazu zählen vor allem Indien, Pakistan, Vietnam, Thailand, Afrika, Lateinamerika, Rumänien, Türkei und einige Staaten der ehemaligen UdSSR. Dort sind Reisende auch in Stadtzentren, an Stränden oder in ländlichen Regionen gefährdet. Selbst moderne Hotelanlagen bieten keine absolute Sicherheit.
  • wenn die Reisenden einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sind, mit tollwütigen Tieren in Kontakt zu kommen, wie Langzeit- und Trekking- oder Rucksack-Reisende sowie Abenteuer-Touristen.
  • wenn die Reisenden sich in Regionen aufhalten, in denen die Verfügbarkeit von sicheren und gut verträglichen Immunglobulinen und  Impfstoffen nicht gewährleistet ist.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Tollwut-Impfung Tierärzten, Jägern, Forstpersonal und anderen Personen, die Umgang mit Tieren in Gebieten mit Wildtollwut haben, sowie Personal in Tollwut-Laboratorien oder Personen mit beruflichem oder sonstigem engen Kontakt zu Fledermäusen (z. B. Höhlenforscher).


In Anbetracht der Tatsache, dass eine ausgebrochene Tollwut immer tödlich verläuft, sollte man eher großzügig impfen.

Die Erkrankung kann jedoch durch rechtzeitige Impfung nach der Infektion oder bei Infektionsverdacht  verhindert werden.  Hat eine ungeimpfte Person eine oder mehrere Biss- oder Kratzverletzungen oder eine Kontamination von Wunden oder Schleimhäuten mit Speichel durch ein tollwutverdächtiges Tier erlebt, muss sie sofort aktiv (Totimpfstoff, fünf Injektionen in vier Wochen) und passiv (Immunglobulin) immunisiert werden. Bei vollständig geimpften Personen genügen zwei Injektionen des Aktiv-Impfstoffes im Falle einer Infektion oder eines Infektions-Verdachtes. Bei Tierbissen immer auch Tetanus-Schutz kontrollieren.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 20.6.2007)

China ist derzeit nach Indien das Land mit den höchsten Tollwut-Fallzahlen bei Menschen und Tieren, speziell Hunden. Allein im Mai diesen Jahres sind landesweit 201 Personen an Tollwut verstorben. Bei verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen; bei vorhersehbarem Risiko und bei längeren Aufenthalten ist für Reisende prophylaktisch ein Impfung drigend zu empfehlen.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 7.11.2007)

In Uruguay sind mehrere Rinder in der Provinz Rivera nahe der brasilianischen Grenze (Norden des Landes) an Tollwut verendet. Es handelt sich um das erste Auftreten der für Tiere und Menschen gleichermaßen tödlichen Seuche in Uruguay, dem letzten Land auf dem südamerikanischen Kontinent, das bisher als tollwutfrei galt. Als Überträger fungierten, wie in den Nachbarländern, blutsaugende Fledermäuse (Vampire).

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 09.01.2008)

Am 8. Dezember 2007 verstarb in Holland eine 34-jährige Frau, die am 24. Oktober auf einer Reise durch Kenia zwischen Nairobi und Mombassa auf einem Campingplatz in der Abenddämmerung von einer Fledermaus ins Gesicht gebissen worden war. Sie reinigte die Wunde mit Seife und desinfizierte sie mit Alkohol, erhielt aber keine Impfung. Sie erkrankte am 16. November. Drei Tage später wurde sie im Universitätskrankenhaus von Amsterdam aufgenommen. Dort erhielt sie sofort eine passiv-aktive Impfung und wurde intensivmedizinisch versorgt - wie bei einmal ausgebrochener Tollwut üblich leider ohne Erfolg.Dieser tragische Fall ist erneut eine dringende Warnung, nach jedem verdächtigen Tierkontakt oder -biss, speziell auch durch Fledermäuse, an die Möglichkeit einer Tollwutübertragung zu denken und sofort einen Arzt aufzusuchen. Bei einem vorhersehbaren Risiko sollte eine vorbeugende Impfung erfolgen.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 01.04.2009)

Am 23. März verstarb ein 46-jähriger Mann auf Bali an Tollwut. Damit erhöht sich die Zahl der Personen, die in den letzten Monaten auf der Insel an Tollwut gestorben sind, auf acht. Nachdem Bali in den letzten Jahren offiziell als tollwutfrei gegolten hatte, wurde im November 2008 im Süden der Insel erstmalig wieder Tollwut bei einem streunenden Hund nachgewiesen. Behörden initiierten eine Massenimpfung von Haushunden und Tötungen von streunenden Hunden.

Auch auf der Insel Flores starb im November ein dreijähriger Junge nach einem Hundebiss an ToIlwut. In den letzten zehn Jahren wurden 135 Fälle auf Flores registriert. Man schätzt, dass es ca. 200.000 streunende Hunde auf der Insel gibt. Risikoreisende sollten geimpft sein.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 23.09.2009)

Auf der Ferieninsel Bali wurden seit November 2008 wiederholt Tollwut-Todesfälle gemeldet. Der letzte Todesfall ereignete sich am 14.09.2009, die Infektion erfolgte durch einen Hundebiss. Nach verdächtigen Tierkontakten sollte umgehend ein Arzt aufgesucht und eine Postexpositionsprophylaxe eingeleitet werden. Risikoreisende sollten prophylaktisch geimpft sein.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 12.01.2011)

Ein 11-jähriger Junge, der vermutlich in Aserbaidschan von einem Hund gebissen wurde, ist in der georgischen Hauptstadt Tbilisi an Tollwut gestorben. Er war nach dem Biss nachträglich geimpft worden (sog. Postexpositionsprophylaxe), in welchem zeitlichen Abstand ist aber nicht bekannt. Bereits im November starb ein 17-Jähriger in Tbilisi, der erst drei Monate nach dem Hundebiss medizinische Behandlung erhielt. Risikoreisende sollten geimpft sein bzw. auf die Notwendigkeit der sofortigen Impfung nach einem tollwutverdächtigen Biss hingewiesen werden.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 26.01.2011)

Im letzten Jahr sind nach Berichten des Gesundheitsministeriums der Republik der Philippinen 264 Verdachtsfälle von menschlicher Tollwut gemeldet worden, 206 Patienten sind verstorben. Viele der Erkrankten waren Kinder, die mit nicht geimpften Hunden gespielt hatten. Risikoreisende sollten vorsorglich geimpft sein.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 24.08.2011)

Seit November 2008 sind auf Bali 148 Menschen an Tollwut gestorben, davon 18 in diesem Jahr. Es wird von ca. 58.000 Hundebissen pro Jahr ausgegangen. Zwischen Oktober 201 0 und März 2011 wurden auf Bali 70% der Hundepopulation geimpft, eine zweite Phase läuft seit Mai dieses Jahres. Das Ziel, die vollständige Ausrottung, kann nach neuen Expertenschätzungen frühestens 2015 erreicht werden. Auch aus anderen Regionen Indonesiens werden Fälle berichtet. In der Region East Nusa Tenggara, zu der auch die Insel Flores gehört, sind seit 1997 216 Menschen an Tollwut verstorben. Reisenden ist die prophylaktische Impfung zu empfehlen.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 23.05.2013)

Kasachstan. Ein vier Jahre altes Mädchen aus einem Dorf in der Nähe von Talsuat (Kyzylorda Region) wurde im April von einem tollwütigen Hund gebissen und verstarb Mitte Mai an Tollwut. Aus der Region wurden wiederholt Hundebisse gemeldet. Kontakt zu Tieren, insbes. Hunden, dringend meiden, ggf. Impfschutz beachten. Bei Tierbissen sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 19.11.2014)

Indonesien. In diesem Jahr wurden fünf Tollwut-Todesfälle auf Bali gemeldet. Seit Auftreten der ersten Fälle im November 2008 sind auf der Insel schätzungsweise 160 Menschen an der Infektion gestorben. Mittlerweile tritt die Tollwut in 24 der 33 Provinzen auf. Risiko-Reisende sollten Impfschutz erwägen.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 25.02.2015)

Angola. In der Hauptstadt Luanda sind seit Anfang des Jahres 18 Menschen an Tollwut verstorben. Im selben Zeitraum wurden etwa 7.000 Bisse durch streunende Hunde registriert. Eine prophylaktische Impfung ist vor allem bei längeren Aufenthalten dringend zu empfehlen.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 10.08.2016)

Indonesien. Auf Bali ist im Juli erneut ein Mensch an Tollwut verstorben. Im vergangenen Jahr gab es 15 Todesfälle auf der Insel. Auch Touristengebiete, wie zum Beispiel die Städte Ubud und Uta und die Regionen Gianyar und Badung, sind betroffen.

Seit Auftreten der ersten Fälle im November 2008 sind auf Bali schätzungsweise 170 Menschen an der Infektion gestorben. Auch aus anderen Regionen Indonesiens werden Fälle berichtet. Es gibt weiterhin einen Mangel an Immunglobulinen im ganzen Land.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 08.06.2017)

Brasilien. Im März ist im Bundesstaat Bahia im Osten des Landes ein 46-Jähriger an Tollwut verstorben. Der Mann war beim Melken seiner Kühe auf einer Farm in Paramirim von einer Vampirfledermaus gebissen worden. ... Im Mai mussten etwa vierzig Menschen in Salvador da Bahia nach Fledermausbissen behandelt werden, um einem möglichen Krankheitsausburch vorzubeugen. Die Zerstörung ihres Lebensraums, z.B. durch Abholzung des Waldes, hat große Gruppen der Tiere in die Stadt getrieben. Neben Hunden, Katzen und Fledermäusen sind in Brasilien auch Krallenaffen, die häufig als Haustiere gehalten werden, Überträger der Infektion.

Aktuelle reisemedizische Information (Stand: 21.06.2017)

Vietnam. Erstmals seit sieben Jahren ist in Ho Chi Minh Stadt (Saigon) ein 52-jähriger nach dem Biss eines Hundes des Nachbarn an Tollwut verstorben. Impfstoffe und Immunglobuline gibt es nur in Hanoi und Ho Chi Minh Stadt.

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