KörperSeeleGeist
Wiesbaden-ErbenheimBahnstr. 10Tel 0611 – 9501 8930

Erschöpfung / Burnout-SyndromEinordnung und Behandlung aus der Sicht von Dr. med. Frank Jaschke, Internist und Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie

Dr. med. Frank Jaschke
„ Die Batterie ist leer, ausgebrannt – rien ne va plus – nichts geht mehr. So erleben zunehmend mehr Menschen ihren inneren Zustand. “
Dr. med. Frank Jaschke

Wenn nichts mehr geht

„Ich kann einfach nicht mehr.“

Diesen Satz höre ich in meiner Praxis häufig. Viele Menschen kommen erst dann zu mir, wenn sie über Monate oder Jahre versucht haben, weiterzumachen. Sie haben sich zusammengerissen, Pausen eingelegt, Urlaub gemacht oder gehofft, dass es irgendwann von selbst wieder besser wird. Doch irgendwann reicht all das nicht mehr.

Dann fühlt sich schon das Aufstehen schwer an. Der Schlaf bringt keine Erholung mehr. Die Gedanken kreisen. Die Konzentration lässt nach. Selbst kleine Aufgaben kosten plötzlich ungeheuer viel Kraft.

Wenn Sie sich darin wiedererkennen, sind Sie mit dieser Erfahrung nicht allein. Gerade dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen – und zu klären, ob und welche Form der Hilfe für Sie sinnvoll ist.

Nicht jede Erschöpfung ist ein Burnout

Anhaltende Erschöpfung kann viele Ursachen haben. Manchmal steckt ein Burnout dahinter, manchmal eine Depression, eine körperliche Erkrankung oder mehrere Faktoren gleichzeitig.
Deshalb geht es im ersten Gespräch nicht darum, vorschnell eine Diagnose festzulegen. Mir ist wichtiger zu verstehen, wie Ihre persönliche Situation entstanden ist, wo Sie heute stehen und welche Form der Behandlung Ihnen wirklich helfen kann.

Meine ärztliche Perspektive

Ich war viele Jahre als Internist und Hausarzt sowie als Psychotherapeut tätig und habe mich nun bewusst allein der Psychosomatik und Psychotherapie zugewandt. Diese beiden Fachgebiete ergänzen sich für mich auf besondere Weise.

In meiner ärztlichen Tätigkeit habe ich immer wieder erlebt, dass sich körperliche und seelische Beschwerden nicht voneinander trennen lassen. Gerade Menschen mit einem Burnout oder einem schweren Erschöpfungszustand erleben häufig beides gleichzeitig.

Deshalb betrachte ich Burnout nicht ausschließlich als seelisches Problem. Mich interessiert der ganze Mensch – seine Lebensgeschichte, seine Belastungen und ebenso die körperlichen Veränderungen, die mit einer lang andauernden Überforderung einhergehen können.

Fortgeschrittene Erschöpfung: die richtige Reihenfolge

Es gibt Menschen, die suchen Hilfe bereits in einer frühen Phase der Erschöpfung. Andere kommen erst dann, wenn ihre Reserven nahezu aufgebraucht sind.

Sie möchten arbeiten. Sie möchten für ihre Familie da sein. Sie möchten ihren Alltag bewältigen. Aber sie können es im Moment nicht mehr.

Der Wunsch, möglichst schnell wieder handlungsfähig zu werden, ist in dieser Situation vollkommen verständlich. Nicht selten stehen der Arbeitsplatz, die eigene Existenz oder die Verantwortung für andere Menschen auf dem Spiel.

Nach meiner Erfahrung greift eine Psychotherapie allein bei einem fortgeschrittenen Burnout häufig zu kurz. Wer körperlich und nervlich völlig erschöpft ist, braucht oftmals zunächst eine Stabilisierung. Erst wenn der Organismus wieder genügend Kraft gewonnen hat, können die eigentlichen Ursachen verstanden und nachhaltig bearbeitet werden.

Einen Menschen in einem fortgeschrittenen Burnout‑Zustand allein eine Psychotherapie zu empfehlen, ist ungefähr so, als würde man einem Ertrinkenden zu einem Schwimmkurs raten.

Meine Aufgabe besteht deshalb zunächst darin einzuschätzen, wo Sie auf diesem Weg gerade stehen. Erst daraus ergibt sich, welche Behandlungsschritte jetzt sinnvoll sind.

Wer bei mir richtig ist – und wer nicht

Meine Praxis ist bewusst klein und mit begrenzten Kapazitäten geführt. Sie richtet sich vor allem an Menschen, die eine sorgfältige Einordnung ihrer Erschöpfung und eine psychosomatische bzw. psychotherapeutische Begleitung suchen.

Wenn noch gar keine internistische Abklärung stattgefunden hat, ist oft der erste Schritt zum Hausarzt oder Facharzt wichtig – etwa um Eisenstatus (Ferritin), Schilddrüse, Herz‑Kreislauf‑Funktionen oder andere körperliche Ursachen zu prüfen.

Erst wenn diese Basis geklärt ist, kann eine psychotherapeutische oder psychosomatische Behandlung ihre eigentliche Tiefe entfalten. Ich möchte keine falschen Versprechungen machen: Nicht jeder Mensch mit Erschöpfung wird in meiner Praxis die passende Unterstützung finden. Manchmal besteht meine wichtigste Aufgabe darin, gemeinsam zu erkennen, welcher Weg außerhalb meiner Praxis jetzt der richtige ist. Wenn die internistische Abklärung bereits erfolgt ist, kann Ihnen eine Psychotherapie als weitere Stütze …..

Genauso wichtig ist mir aber, deutlich zu machen, für wen meine Praxis genau die richtige Anlaufstelle ist.

Besonders gut aufgehoben sind bei mir Menschen, bei denen eine internistische Abklärung bereits stattgefunden hat und die nun wissen möchten, wie es seelisch und körperlich weitergehen kann. Wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen oder behandelt sind, kann eine psychosomatisch fundierte Psychotherapie eine wichtige Stütze sein – um die eigentlichen Zusammenhänge zwischen Belastung, Körper und Seele zu verstehen und nachhaltig zu verändern. Genau hier liegt der Schwerpunkt meiner heutigen Arbeit: Menschen zu begleiten, die bereits einen ersten Schritt gegangen sind und nun bereit sind, tiefer zu schauen.

Elias‑Müdigkeit und Burnout – ein historischer Blick

Burnout ist kein Phänomen der modernen Arbeitswelt allein. Ein altes, eindrückliches Beispiel ist der Prophet Elias im Alten Testament. Nach intensiver Tätigkeit und massiver Bedrohung bricht Elias körperlich und seelisch zusammen und sagt sinngemäß: „Es ist genug.“

In früheren Pfarrergenerationen wurde diese „Elias‑Müdigkeit“ als Bild für das Burnout‑Erleben verwendet: starkes Engagement, Begrenzungserfahrungen, soziale Isolation, belastende Arbeitsbedingungen und der Verlust einer tragenden Perspektive.

Wer sich für diese historische und geistliche Perspektive interessiert, findet in einem eigenen Beitrag weiterführende Gedanken dazu. Die Burnout‑Seite verweist nur kurz auf diesen Hintergrund, um den medizinischen und psychosomatischen Fokus klar vorne zu halten.

Sie haben Fragen, wünschen eine Beratung oder weitere Informationen?
Kontakt