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Erschöpfung / Burnout-Syndrom - Behandlung in unserer Praxis

Burnout-Syndrom in der heutigen Zeit

Erschöpft, leer & ausgebrannt! Kein Zweifel: Die Zahl der Burnout-Patienten nimmt zu – wobei Frauen stärker betroffen sind als Männer. Am häufigsten wird das Burnout-Syndrom bei Personen im mittleren Lebensalter diagnostiziert.

Zunehmend sind auch Jüngere betroffen. In unserer Praxis haben wir bereits Patienten, die mit Mitte 30 am Rande des Burnouts stehen oder schon mitten drin sind!

Die wichtigsten Gründe für das Burnout-Syndrom, mit dem wir es heute zu tun haben, sind:

  • Druck – v.a. am Arbeitsplatz – durch die ins Unmäßige wachsenden (!) Ansprüche oder intensive Konkurrenz
  • der innere Antrieb, immer mehr Geld verdienen zu wollen, oder das Gefühl, es werde einem etwas vorenthalten, was man offensichtlich verdient (z. B. eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung).

Bedauerlicherweise beginnt die Prägung auf Höchstleistungen in immer kürzerer Zeit heute schon in der Schule. So überrascht es wenig, dass Burnout-Patienten immer häufiger und immer jünger werden.
Ein ernstzunehmendes Problem – zumal Burnout seinerseits ein Risikofaktor für weitere gesundheitliche Störungen wie Angststörungen, Depressionen und Bluthochdruck ist.

Körperliche Faktoren beim Burnout-Syndrom

Burnout ist nach unserer Erfahrung kein Prozess, der sich ausschließlich auf der seelischen Ebene abspielt, auch wenn viele wissenschaftliche Ansätze glauben machen, dass heute noch in erster (!) Linie Psychotherapie notwendig sei.

Doch wie soll denn ein Selbständiger eine längerfristige Psychotherapie wegen seines Burnout-Syndroms machen? Wenn der Selbständige eines mittelständischen Betriebes nicht für sein Unternehmen zur Verfügung steht, ist früher oder später vermutlich die Existenz bedroht.

Zudem zeigt die Forschung, dass nach längerem Burnout-bedingtem Arbeitsausfall die Quote der Rückkehrer an den Arbeitsplatz erschreckend gering ist.

Oft fordern existentielle Gründe schnelle Hilfe beim Burnout-Syndrom.

Wie bei fast allen Gesundheitsstörungen sind die Ebenen Körper, Seele und Geist betroffen.

Wichtig ist es also, beim Burnout-Syndrom, auf die Bedeutung der körperlichen Ebene der Störung hinzuweisen. Bei manchen anderen Erkrankungen wird die Bedeutung der körperlichen Ebene eher überbetont, die Burnout-Therapie hingegen wird in hohem Maße von der Psychotherapie beansprucht.

Das Primat der Psychotherapie in der Burnout-Behandlung mag auch richtig gewesen sein, als Burnout vor allem in sozialen, helfenden und kreativen Berufen auftrat, Stichwort „Helfersyndrom“ (Die hilflosen Helfer, Schmidbauer 1977). Der Manager der 1960er- und 1970er-Jahre brannte nicht unbedingt aus, er wurde durch den Herzinfarkt aus seiner Tätigkeit gerissen.

Beim heutigen Burnout-Syndrom ist in den meisten Fällen erst einmal eine Stabilisierung auf der körperlichen Ebene erforderlich, nötigenfalls gefolgt von einer Psychotherapie. Durch diese somatische, eigentlich psycho-somatische, Behandlung ist u. U. in wenigen Wochen ein Zustand zurückzugewinnen, der eine Handlungsfähigkeit wiederherstellt.

Natürlich wird diese stabilisierende somatische Behandlung von einer wohldosierten Reflexion des Weges in den Burnout-Zustand begleitet. Allerdings kann jemand, der „im Loch sitzt“, noch keine Handlungsperspektiven entwickeln, vor allem, wenn die Existenzbedrohung im Nacken sitzt. Veränderungsprozesse brauchen naturgemäß ihre Zeit.

Basis unserer Therapiestrategie sind ältere und neuere Forschungsergebnisse zum Stress, zum Einfluss des Sympathikus auf unseren Körper und zu Schädigungen der Mitochondrien, der Kraftwerke und Informationszentralen der Zelle.

Heute wissen wir: Wenn der Betroffene so weit ist, dass er glaubt, es ginge nicht mehr weiter, ist der GAU im Energiestoffwechsel der Zellen eingetreten. Eine wirksame Burnout-Therapie muss erst einmal für eine Normalisierung des Zellstoffwechsels sorgen.

Burnout-Syndrom – Behandlung in unserer Praxis

Wichtig für die vom Burnout-Syndrom Betroffenen: Wie kann ich Burnout behandeln, wie komme ich möglichst schnell wieder aus dem Burnout-Zustand heraus?

Psychotherapie?

Einem Menschen in fortgeschrittenem Burn-out-Syndrom allein eine Psychotherapie zu empfehlen ist etwa so, als ob man einem Ertrinkenden zu einem Schwimmkurs raten würde.

Ein Burnout-Zustand ist ein GAU im Zellkraftwerk – die Energiegewinnung der Zelle liegt danieder – und kein Dachschaden.

Stationäre Behandlung?

Das kann beim Burnout-Syndrom sehr hilfreich sein, ist für manche aber nicht so ohne Weiteres machbar. Zum Beispiel wenn momentan kein Vertreter für den eigenen Betrieb zur Verfügung steht. Selbst wenn ein Klinikaufenthalt wegen Burnout möglich ist: Häufig gibt es Wartezeiten. Und wenn man vor der stationären Behandlung bei Burnout den Energiestoffwechsel der Zellen nicht normalisiert, kann der volle Behandlungserfolg nicht erwartet werden.

Was also tun als Sofortmaßnahme bei Burnout-Syndrom?

Spätestens bei fortgeschritteneren Zuständen von Burnout kommt es – vermittelt über die Stressreaktion des vegetativen Nervensystems – zu Störungen der Mitochondrien-Funktion in unseren Zellen. Die Mitochondrien sind unter anderem für die Energiegewinnung in unseren Zellen zuständig, sie sind sozusagen die „Kraftwerke“ unserer Zellen. Wenn die nicht richtig rund laufen, fehlt dem Körper – verkürzt gesagt – Energie. Und solange die Mitochondrien-Störungen nicht beseitigt sind, greifen andere notwendige Behandlungen beim Burnout-Syndrom oft zu kurz.

Übrigens: es ist natürlich sehr sinnvoll, nicht zu warten, bis gar nichts mehr geht. Je früher man den Weg ins Burnout durch eine wirkungsvolle Therapie beendet, desto schneller erfolgt die Regeneration.

Wie kriegen wir unsere Mitochondrien wieder fit?

Hier bietet sich unter anderem das Verfahren der Cellsymbiosistherapie nach Dr. med. Heinrich Kremer an. Damit haben wir beste Erfahrungen, (nicht nur) beim Burnout die normale Reaktionsfähigkeit des Organismus wieder herzustellen.

Lesen Sie hier mehr über die Cellsymbiosistherapie nach Dr. med. Heinrich Kremer.

Übrigens: die Cellsymbiosistherapie ist keine spezielle Behandlung bei Burnout. Sie ist vielmehr eine gute Basis für die Behandlung vieler chronifizierter Erkrankungen.

Auch die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) ist ein wichtiges Werkzeug bei der Burnout-Behandlung.

Am Ende dieser Seite finden Sie eine Empfehlung für das hervorragende Buch "Der Burnout-Irrtum", das in sehr verständlicher Form die notwendigen Therapiemaßnahmen auf der Körperebene beschreibt. Daher empfehlen wir allen Burnout-Patienten, die sich für eine Behandlung in unserer Praxis interessieren, zuvor „Der Burnout-Irrtum“ zu lesen. Das spart viel Zeit und Sie bekommen ein gutes Verständnis für Ihre Erkrankung und mögliche Therapien.

Dr. med. Frank Jaschke ist Burnout-Berater (durch die Landesärztekammer Hessen zertifizierter Tätigkeitsschwerpunkt gemäß § 27, Abs. 4 Nr. 3 der Berufsordnung für Ärzte) und zertifizierter Cellsymbiosis®-Therapeut.

Lesen Sie hier mehr zum Thema "Guter Schlaf".

Burnout in der Bibel: die „Elias-Müdigkeit“

Ältestes bekanntes Beispiel in der Literatur ist der Prophet Elias im Alten Testament (1. Könige 19). 

Von Elias möglicher Gemütsverfassung können sich diejenigen ein gutes Bild machen, die Felix Mendelssohn-Bartholdys geniales Oratorium „Elias“ kennen.

Die Bass-Arie „Es ist genug!“ kennzeichnet den Moment, an dem Elias am seelischen Tiefpunkt angekommen ist.

(„Es ist genug. So nimm nun, Herr, meine Seele. Ich bin nicht besser, denn meine Väter. … Ich begehre nicht mehr zu leben, denn meine Tage sind vergeblich gewesen. … Ich habe geeifert um den Herrn, um den Gott Zebaoth. … Und ich bin allein, übrig geblieben. Ich … streb danach, dass sie mir mein Leben nehmen …“)

Als „Elias-Müdigkeit“ wurde das Burnout-Syndrom früherer Pfarrer-Generationen bezeichnet.
Der evangelische Pfarrer und Diplom-Psychologe Traugott Ulrich Schall leitet (1993) aus der Elias-Erzählung direkt Ursachen und Therapie des Burnout-Syndroms ab.

An Ursachen führt Schall auf:

  1. Starkes persönliches und berufliches Engagement
  2. Die Erfahrung begrenzter Kompetenz
  3. Erfahrung von Misserfolg
  4. Soziale Isolierung, fragwürdige Arbeitsbedingungen
  5. Verkennung des Willens und Gebotes Gottes (übersetzbar vielleicht mit: fehlender spiritueller Anbindung; Vorhandensein der irrigen Überzeugung, dass alles durch den Menschen „machbar“ sei).

Als „Therapie“ findet Schall in der Bibel angeführt:

  1. Elias darf ausruhen = Ausruhen von der Arbeit
  2. Elias erfährt Hilfe und Betreuung = Fürsorge durch andere
  3. Elias wird in zeitweilige Distanz zur Arbeit geführt = notwendige Distanz zur Arbeit
  4. Elias erfährt eine Korrektur seiner Gotteserfahrung = erneute Welt- (und ggf. Gottes)-Sicht
  5. Die Veränderung schließt einen konkreten, überschaubaren Auftrag ein = begrenzte Aufgaben
  6. Elias bekommt einen Helfer und einen Nachfolger = Begleitung durch andere und Supervision bzw. Coaching.

Elias-Müdigkeit = klassisches Ausgebrannt-Sein

Parallelen bei Elias zur modernen Burnout-Forschung sind frappierend. Allerdings entspricht das Burnout-Syndrom des Elias eher dem „klassischen Ausbrenner“, der bis in die 1970er und 1980er-Jahre beobachtet werden konnte: an unrealistisch hohen Zielsetzungen Gescheiterte, die zumindest an der Oberfläche Idealisten gewesen sind.

Definitionen von Burnout sind schwierig, alle erfassen bestimmte Aspekte des Ausbrennens und lassen dafür andere aus.

Eine Definition, der es zwar an Trennschärfe mangelt, die aber die Dramatik des Burnout-Syndroms erfasst, stammt von Maslach und Leiter (1997):

Burnout ist „... eine Erosion der Werte, der Würde, des Geistes und des Willens – eine Erosion der menschlichen Seele. Es ist ein Leiden, das sich schrittweise und ständig ausbreitet und Menschen in einer Abwärtsspirale zieht, aus der das Entkommen schwer ist" (Maslach und Leiter, 1997).

Matthias Burisch beschreibt in seinem Buch „Das Burnout-Syndrom" das Beispiel eines Großunternehmens. Die Probleme in dem Unternehmen entstanden dadurch, dass sogenannte "mittlere Führungskräfte" nach Jahren zielstrebiger Karriere sozusagen an der "Majorsecke hängengeblieben" waren – es war keine Beförderung mehr zu erwarten.

Durchschnittlich in ihren späten Vierzigern oder frühen Fünfzigern hatten diese Manager erkennen müssen, dass der Vormarsch endgültig abgeschlossen, der Aufstieg in die höchsten Ebenen nicht mehr zu erwarten war.

Mit der Aussicht, die Zeit bis zum Pensionsalter im Status quo verbringen zu müssen, setzten oft erschreckende Abbauerscheinungen ein, die aus der Sicht des Unternehmens und der leidenden Betroffenen nicht einfach hinzunehmen waren. Für eine Entlassung oder einen Neuanfang sei es viel zu spät, für eine Pensionierung viel zu früh.

Klassische Stressforschung (Selye) und Burnout-Syndrom

Beim Verständnis des Burnouts hilft uns die Stressforschung weiter. Begründet wurde sie von Hans Selye (1907-1982), der 1936 den Begriff „Stress“ aus der Physik übernahm. Stress (lat. stringere = anspannen) bezeichnet die durch äußere Einflüsse (Stressoren) hervorgerufenen psychischen und physischen Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und die dadurch entstehende Belastung für den Organismus.

Die leichter beobachtbaren körperlichen Anzeichen des Burnout-Syndroms sind identisch mit dem, was Selye das "Allgemeine Adaptationssyndrom" (General Adaptation Syndrome, GAS) genannt hat.

  • Alarmphase

Nach einem Stimulus, vielleicht einer kritischen Fahrsituation auf der Autobahn, wird im Körper Alarm ausgelöst. Über den Hypothalamus, Nebennierenrinde und -mark kommt es unter anderem letztlich durch Vermittlung von Adrenalin und Noradrenalin zu einem Überwiegen der sympathischen Reaktionslage des Organismus. Wir merke, das zum Beispiel an beschleunigter Atmung und Puls. Das führt zu: Angriffsbereitschaft, Energiebereitstellung, erhöhter Muskelspannung, verminderter Verdauungs- und Sexualfunktion, geschwächter Immunabwehr und herabgesetzter kognitiver Leistungsfähigkeit. Das sind die gleichen Mechanismen, die abgelaufen sind, als wir in grauer Vorzeit vom Säbelzahntiger bedroht wurden. Wir wurden optimiert für Flucht oder Angriff.

 

 

  • Adaptationsphase

Hält der Stressor nur kurz an (Schreck, Knall, Stolpern etc.), folgt sofort die Erholungsphase, das Gleichgewicht pendelt sich wieder ein.

Gibt es jedoch keine Entwarnung oder folgen der ersten Alarmreaktion alsbald weitere (Beispiel: längere Autofahrt auf eisglatten Straßen), dann geht der Organismus in den Widerstand über.
Die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Stressor ist erhöht – gegebenenfalls wird dann die Alarmreaktion schneller ausgelöst als aus der Ruhelage – die Immunreaktion als Ganzes bleibt geschwächt, Krankheitserreger können weniger schnell unschädlich gemacht werden.

Nebennierenrinden-Hormone sind erhöht, es finden sich nicht abgebaute Fettsäuren im Blut, eine besteht eine erhöhte Gerinnungsneigung. Das führt zur Beschleunigung von Arteriosklerose, erhöhter Thrombosegefahr sowie erhöhtem Infarktrisiko. Ferner vermehrte Magen-Darm-Geschwüre, dauerhafte Beeinträchtigung der Sexualfunktionen. Es treten Konzentrations- und Lernschwierigkeiten auf.

  • Erschöpfungsphase

Hält die Stresssituation lange genug an, tritt die Erschöpfungsphase ein. Spätestens jetzt sind nach neueren Forschungs-Erkenntnissen häufig Störungen der Mitochondrien-Funktion nachweisbar.
Es treten die Symptome der Alarmreaktion auf – aber irreversibel. Es kann sogar der Tod eintreten, ohne dass eine organische Todesursache gefunden werden kann.

  • Dauerstress – neueste Forschungsergebnisse

Nach Selye verbraucht jede Stressreaktion "Anpassungsenergie". Diese muss in genügend langen Ruhephasen wieder aufgebaut werden.

Sind die Regenerationsphasen zu selten oder zu kurz, dann entsteht ein Defizit. Irgendwann ist das Reservoir erschöpft.

Stressoren addieren sich und kumulieren. Selye betont die Unspezifität der Stressreaktion, die auch durch freudige Überraschungen das System aus der Normallage lenkt. So könnte auch positiver Stress (Eustress) einen Herzinfarkt auslösen.

Was Selye hier noch nicht genauer fassen konnte, können wir heute aufgrund von Forschungsergebnissen, die seit den 1990er-Jahren erhoben wurden, genauer beschreiben: Bei der Erschöpfung des Körpers spielt die Fehlfunktion der Mitochondrien, der Kraftwerke und Informationszentralen der Zelle, aufgrund dauerhafter Überfunktion des Sympathikus eine entscheidende Rolle. Lesen Sie hier mehr über den Sympathikus, die Mitochondrien und die Cellsymbiosistherapie nach Dr. med. Heinrich Kremer.

Möglicher Verlauf des Ausbrennens

Wenn Menschen nach der Arbeit nicht mehr abschalten können, dadurch der Schlaf gestört ist, ist das ein Warnsignal erster Güte für die Entwicklung eines Burnout-Syndroms. Die ausgebliebene Erholung am Morgen schwächt die Widerstandskraft zusätzlich.

Nach Überzeugung von Burisch ist es auf dem Weg zum Burnout-Syndrom nicht die Arbeitsmenge, die zählt, sondern die Gefühlslage, mit der man seine Arbeit tut bzw. seine Zeit verbringt.

Wenn Einsatz und Ertrag, Anstrengung und Belohnung, Negatives und Positives in keinem allzu krassen Missverhältnis stehen, dann kann ein hoher Grad von Engagement über Jahre aufrechterhalten werden.

War es doch zu viel oder das Falsche, dann nehmen Erschöpfungszustände zu: Die Betroffenen können nicht mehr abschalten, spüren Energiemangel, fühlen sich unausgeschlafen, machen mehr Unfälle.
Vermutlich reicht es, wenn Zweifel am Sinn des eigenen Tuns aufkommen oder das Gefühl der Sättigung durch zu viel von immer demselbem (dritte Bratsche im Sinfonieorchester, Mitarbeiter einer anspruchslosen Telefon-Hotline usw.). Die anfänglichen Motivation wird brüchig: „Was soll ich denn sonst machen, ich habe ja nichts anderes gelernt“.

  • Erst Übersoll – dann Rückzug.

Anfangs idealistische Überhöhung der Arbeit – insbesondere bei der Arbeit mit Menschen –, dann emotionaler, kognitiver und verhaltensmäßiger Rückzug.

Die Beziehung zu anderen wird entpersönlicht, im Krankenhaus „der Blinddarm auf Zimmer 15“, abwertende Bezeichnungen für Schüler durch ausgebrannte Lehrer usw. Der Kontakt zu Klienten, Kunden wird reduziert.

  • Die eigene Familie ist betroffen.

Seine Ruhe haben wollen, nicht zuhören, von Problemen unbehelligt sein wollen („Bier und Pantoffeln“).

  • Die anfängliche Begeisterung schlägt in Überdruss um.

Zeitweise keine Lust, zur Arbeit zu gehen. Der Sonntag ist erheblich von den Gedanken an Montag getrübt. Nur noch arbeiten, um leben zu können. Dann erfolgt irgendwann die

  • innere Kündigung – das Leben beginnt nach Arbeitsschluss.

Es wird nur noch wenig produktive Arbeit geleistet. Rückzug ins Privatleben. Eventuell kann ein befriedigendes Hobby die Situation abmildern.

  • Materielles wird wichtiger.

Die Bezahlung spielt eine immer größere Rolle. Das Erleben dieser Prozesse ist schmerzhaft.

  • Schuldzuweisungen folgen.

Illusionen, Ziele und Befriedigungsquellen werden aufgegeben. Psychologisch gesehen ist hier Trauerarbeit erforderlich.

Dies kann man herausschieben durch Schuldzuweisungen an sich selbst, an andere oder die Umwelt. „Ich bin ein Versager.“ – „Ich bin falsch ausgebildet worden.“ – „Die Kunden sind so anspruchsvoll geworden.“ – „In diesem System kann einfach nicht sinnvoll arbeiten.“

Das Problem ist, dass die Schuldzuweisungen (Teil-)Wahrheiten enthalten können. Wichtig ist es, unterscheiden zu können, was veränderbar ist und was nicht, und dann die möglichen Veränderungen schrittweise zu beginnen.

Wer die Schuld bei sich sucht, wird eher depressiv reagieren, wer die Schuld bei anderen sucht, wird eher aggressiv reagieren.

Auch der Depressive hält viele Vorwürfe an die Umwelt parat. Menschen, die eher austeilen als einstecken, ziehen vielleicht nörgelnd und pessimistisch durch das Leben. Chronisch gereizt produzieren sie häufige Wutausbrüche gegenüber Kollegen, Untergebenen und der Familie – mit allen daraus resultierenden Folgen.

Die emotionalen Folgen können aber zum Teil auch appellativen Charakter haben.

  • Dann folgt der Abbau …

Geistiger Abfall, verringerte Motivation. Flüchtigkeitsfehler. Vergessene Termine. Fehlende innovative Impulse, Abbau der Kreativität. Dienst nach Vorschrift. Bequemes Denken: „Das haben wir schon immer so gemacht.“

  • … und die Verflachung

Desinteresse an der Umwelt. Eventuell generelle Verflachung des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens. Im Sinne eines Teufelskreises können sich Freunde zurückziehen. Es kann Einsamkeit resultieren – alles wird schlimmer.

  • Psychosomatische Reaktionen treten auf.

„Der Körper merkt, dass etwas faul ist.“

Mehr Infektionskrankheiten, Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden, Verspannungen, Verdauungsbeschwerden.

Eventuell als Folge: mehr Essen, mehr Süßigkeiten, Gewichtszunahme.
Verstärkter Konsum von Nikotin, Alkohol, Drogen. Dann droht die Verzweiflung.

  • „Kernschmelze“.

Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Sinnlosigkeit: das terminale Burnout-Stadium ist die „existentielle Verzweiflung“, von Lauderdale (1982) „meltdown“ genannt. „Meltdown“ ist der Begriff für die Reaktorkernschmelze, auch allgemein für einen Zusammenbruch, ein Disaster.

Das temporäre Gefühl der Hilflosigkeit im Burnout-Prozess hat sich zu einem chronischen Gefühl der Hoffnungslosigkeit verdichtet. Selbstmordgedanken tauchen auf. Bei manchen kommt es zu einem ruinösen Alkoholkonsum, in einigen Fällen zum Selbstmord (z. B. sich nach Feierabend am Schreibtisch erschießen).

Probleme der Phasentheorien des Burnout-Syndroms

Alle Phasentheorien sind wenig fundiert, sie sind eher intuitiv als das Ergebnis systematischer Studien. Nichtsdestotrotz sind sie hilfreich bei der Beschäftigung mit dem Burnout-Syndrom.

Gemeinsamkeiten vieler Phasentheorien des Burnout-Syndroms:

  • Auslösende Situation, vor allem Berufsstress
  • dauerhaft nicht durchzuhaltenden Energieeinsatz
  • Ermüdung, Erschöpfung
  • Verschlechterung der Beziehung zur sozialen Umwelt: Reizbarkeit, Ungeduld, Vorwürfe etc. "Dehumanisierung" oder ähnliches bei helfenden Berufen
  • psychosomatische Symptome
  • Depression, Rückzug, bis hin zur Verzweiflung, Widerwillen gegen fast alles, Apathie

Begriffsabgrenzung Burnout

Lauderdale sieht die Notwendigkeit, Burnout von Begriffen wie „Arbeitsunzufriedenheit“, „Entfremdung“ und „Stress“ abzugrenzen. Entfremdung und Stress intensivieren Burnout-Prozesse, verursachen sie aber nicht.

Der Galeerensklave im alten Rom, der Kleinbauer des 18. Jahrhunderts, der Industriearbeiter um 1900 – sie alle erduldeten unter anderem beträchtlichen Stress und oft auch entfremdete Arbeit. Es sei aber verfehlt, bei ihnen Burnout zu vermuten, denn ihre Erwartungen an das Leben dürften im typischen Fall sehr realistisch das vorhergesehen haben, was dann tatsächlich ihr Los wurde. (Burisch)

Buchempfehlung

Viele der Gedanken entstammen dem hervorragenden Buch
"Das Burnout-Syndrom, Theorie der inneren Erschöpfung"
von Matthias Burisch, 3. Auflage, Springer, Heidelberg 2006.

Im April 2012 ist ein beachtenswertes und wissenschaftlich fundiertes Buch erschienen: Der Burnout-Irrtum.

Uschi Eichinger, Betriebswirtin, Managementtrainerin und Heilpraktikerin und Kyra Hoffmann-Nachum, Volkswirtin und Heilpraktikerin, beide auch Cellsymbiosis-Therapeutinnen nach dem Konzept der Cellsymbiosistherapie® nach Dr. med. Heinrich Kremer, haben in „Der Burnout-Irrtum“ mit der weit verbreiteten Meinung aufgeräumt: Burnout – alles Psycho!

Natürlich führt auch psychischer Druck in der „24/7-Stand-By-Gesellschaft“ (Prof. Dr. Andreas Weber vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen prägte diesen treffenden Begriff) hin zum Burnout.

Aber: Burnout fängt im Zellstoffwechsel an – so erläutern die Autorinnen von „Der Burnout-Irrtum“ anschaulich. Den Streit um Henne und Ei wollen wir hier nicht beginnen.

In „Der Burnout-Irrtum“ erfahren Sie, was passiert, wenn die Energiebildung in der Zelle zusammenbricht, Sie lesen Interessantes über Mikronährstoffmangel.

Sie erfahren in „Der Burnout-Irrtum“, wie Alltagsgifte die Zellfunktion blockieren und wie Lichtstress durch unnatürliche Lichtquellen sowie die Belastungen durch elektronische Geräte Burnout verstärken können.

Einen wesentlichen Teil des Buches „Der Burnout-Irrtum“ nehmen ausführliche Erläuterungen zur Ernährung und zur Darmgesundheit ein. Keine Angst, es geht nicht um fade Diät: Das Genießen unserer Nahrung ist bei der Behandlung von Burnout wichtig.

Nicht zuletzt spielen Bewegungs- und Schlafmangel eine wichtige Rolle beim Ausbrennen.
In „Der Burnout-Irrtum“ erfahren Sie auch, dass Dysbalancen und Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule auf den Energie-Level des Körpers erheblichen Einfluss haben.

Die fundierte und gleichzeitig verständliche Präsentation von wissenschaftlichen Fakten bei guter Lesbarkeit ist eine der Stärken von „Der Burnout-Irrtum“.

Die Autorinnen haben – teils auch aus persönlichem Burnout-Erleben in Führungspositionen – große Erfahrung in der Behandlung von Burnout-Zuständen.

Das in „Der Burnout-Irrtum“ dargestellte Konzept deckt sich weitgehend mit dem, das wir in der Behandlung von Burnout-Zuständen vertreten. Das Behandlungskonzept entspricht größtenteils den Prinzipien der „Cellsymbiosistherapie® nach Dr. med. Heinrich Kremer".

Wir empfehlen allen, die sich ausgebrannt und erschöpft fühlen, die Lektüre dieses anregenden Buches, um besser einschätzen zu können, ob die ihnen angebotene medizinische Hilfen alle wichtigen Aspekte berücksichtigen.

Nach der Lektüre von „Der Burnout-Irrtum“ würden Sie zum Glück skeptisch werden, wenn Sie nur ein Psychopharmaka-Rezept und eine Einweisung in die Nervenklinik erhalten würden.

Wenn Sie von Burnout und Erschöpfung betroffen sein sollten oder sich auf dem Weg dorthin fühlen und Sie die Burnout-Sprechstunde in unserer Praxis aufsuchen möchten, wäre es sehr hilfreich, wenn Sie „Der Burnout-Irrtum“ gelesen hätten.

Auf der Grundlage der hier erhaltenen Informationen können wir viel Zeit sparen – die Inhalte des hervorragenden Buches „Der Burnout-Irrtum“ kann man in der Sprechstunde nicht in fünf Minuten zusammenfassen. Wir können uns dann direkt ins Detail begeben und uns intensiv und schnell um Ihre individuelle Gesundung kümmern.

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