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Restless-Legs-Syndrom: Unruhige Beine - Ursachen und Therapie

Was ist das Restless-legs-Syndrom?

Das "Restless-legs-Syndrom" oder das "Syndrom der unruhigen Beine" bezeichnet das Auftreten spontaner und kontinuierlicher Beinbewegungen, die mit unangenehmen Missempfindungen in den Beinen unterhalb der Knie einher gehen können. Die Symptome des Restless-legs-Syndroms treten in der Regel symmetrisch auf.

Die Erscheinungen treten nur in Ruhe auf und Verschwinden bei Bewegung. Die Beschwerden nehmen typischerweise gegen das Ende des Tages zu und sind am stärksten in der Nacht, sie treten 15 bis 30 Minuten nach Beginn der Bettruhe auf. In schweren Fällen kann die Symptomatik auch schon früher am Tag, zum Beispiel beim Sitzen im Kino auftreten.

Das häufige Krankheitsbild der Wadenkrämpfe darf nicht mit dem Restless legs Syndrom  (RLS) verwechselt werden. (Übrigens: bei Wadenkrämpfen kann Neuraltherapie helfen!)

In einer großen Studie fanden sich bei rund sieben Prozent von mehr als 15.000 befragten Erwachsenen Restless-legs-Symptome in unterschiedlicher Häufigkeit des Auftretens, bei Frauen tritt die Erkrankung zweimal so häufig auf, wie bei Männern. Mit zunehmendem Alter nimmt das Auftreten der Erkrankung zu, um dann in sehr hohem Alter wieder abzunehmen.

Restless legs kommen auch bei Kindern vor, man geht von zwei Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen acht und siebzehn Jahren aus, die Restless legs Symptome aufweisen.

25 Prozent von befragten Erwachsenen, die am Restless legs-Syndrom leiden, gaben an, rückblickend die ersten Erscheinungen im Alter zwischen elf und zwanzig Jahren gehabt zu haben. Häufig werden solche Symptome als Wachstumsschmerzen oder ADHS fehlgedeutet.

Ursachen des Restless-legs-Syndrom

Die Ursache des "primären Restless-legs-Syndrom" ist nicht bekannt. Genetische Faktoren werden vermutet, es gibt hier schon einige Forschungsergebnisse, die diese Annahme stützen.

Als "sekundäres Restless-legs-Syndrom" bezeichnet man die Erkrankung der unruhigen Beinen, wenn das Restless-legs-Syndrom die Folge anderer Störungen ist. Dazu gehören unter anderen

Eisenmangel
• Urämie (Harnvergiftung bei Nierenversagen)
• Diabetes mellitus
• Rheumatische Erkrankungen
• Venöse Insuffizienz (Venenschwäche).

Ein niedriger Serum-Ferritin-Wert (< 50 ng/ml) wurde bei 83 Prozent der Erkrankten gefunden, bei denen ein Ferritin-Wert bestimmt wurde.

In einer weiteren Studie wurden bei Patienten mit Restless-leg-Syndrom die Serum-Ferritin-Werte gemessen. Niedrige Ferritin-Spiegel, d. h. also weniger gefüllte Eisenspeicher, gingen mit einer schwereren Ausprägung der Beinunruhe einher. Obwohl sich die Hämoglobin-Konzentration (Konzentration des roten Blutfarbstoffs) nicht von nicht an Restless-legs-Erkrankten Kontrollpersonen unterschied, profitierten die allermeisten Erkrankten von einer Eisengabe: die Restless-legs-Symptomatik nahm deutlich ab. (O'Keeffe ST; Gavin K; Lavan JN: Iron status and restless legs syndrome in the elderly. Age Ageing 1994 May;23(3):200-3.)

Die Ärzte, die mit der Neuraltherapie nach Huneke arbeiten, beobachten auch das Vorliegen von Störfeldern in einigen Fällen von Restless-legs-Syndrom.

Die Diagnose stellt in der Regel ein im Bereich Restless-legs-Syndrom erfahrener Neurologe.

Verbindliche Restless-legs-Syndrom (RLS) Diagnosekriterien wurden 1996 von der “Internationalen Restless Legs Syndrom Study Group” ermittelt:

1. Minimalkriterien (obligat)

  • Sensible Störungen wie Parästhesien, Dysästhesien, Missempfindungen, Kribbeln, Schmerzen i.d. Extremitäten, meist Waden, aufziehend zu Oberschenkeln, verbunden mit einem Bewegungsdrang der Beine, uni- oder bilateral, in der Tiefe lokalisiert.
  • Motorische Unruhe: allgemeiner Bewegungsdrang und Ruhelosigkeit, als “zwingende” Maßnahmen zur Erleichterung der Beschwerden: Drehen und Wälzen im Bett, Umhergehen, Massieren, Reiben und Schütteln der Beine.
  • Auftreten und Verstärkung der Beschwerden in Ruhe und teilweise oder vollständige Erleichterung der Symptomatik durch Bewegung
  • Tagesrhythmik mit Zunahme der Symptomatik abends und nachts.

2. Zusatzkriterien (häufig, aber nicht obligat)

  • Schlafstörungen und ihre Folgen.
  • Periodische Beinbewegungen im Schlaf (PLMS= periodic limb movements in sleep) und im Wachen (PLM, PLMW= periodic limb movements during wakefulness).
  • Neurologische Untersuchung unauffällig. Klinischer Verlauf: initial meist fluktuierend, später kontinuierlich oder progredient.
  • Positive Familienanamnese, d. h., bei Blutsverwandten ist RLS aufgetreten.

Behandlung des Restless-legs-Syndrom

Zunächst sollten vorliegende mögliche sekundäre Ursachen, wie Eisenmangel, Diabetes behandelt werden.

Die Serum-Ferritin-Spiegel sollten über 50 ng/ml liegen. Hier finden Sie mehr über die Behandlung des Eisenmangels in unserem Eisenzentrum in Wiesbaden.

Mögliche Störfelder sollten mit der Neuraltherapie nach Huneke ausgeschaltet werden.

Coffein, Nikotin und Alkohol können ein Restless-legs-Syndrom verschlimmern und sollten gegebenenfalls vermieden werden.

Dehnübungen können die Symptomatik verringern.

Tipp: Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand, die Füße zusammen, etwa 60 Zentimeter von der Wand entfernt. Die Fersen bleiben auf dem Boden, der Körper bleibt in den Hüften und Knien gestreckt. Lehnen Sie sich nach vorne an die Wand, strecken Sie das Gewebe der rückwärtigen Beinpartien. Halten Sie die Position für zehn bis dreißig Sekunden. Wiederholen Sie das fünf Mal pro Übungsphase. Machen Sie mindestens zwei Übungsphasen pro Tag, eine vor dem Zubettgehen.

Verschiedene Medikamente werden eingesetzt, zum Beispiel Medikamente, die aus der Behandlung der Parkison-Erkrankung bekannt sind. Die Besprechung der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten würde hier allerdings zu weit führen. Eine medikamentöse Behandlung sollte auch mit einem erfahrenen Neurologen geplant und durchgeführt werden.
 

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