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Zeckenstich - Bringen Sie uns die Zecke mit!

Sommerzeit – Zeckenzeit.

Grillpartys im Grünen, Waldspaziergänge, Picknick an lauschigen Plätzen. Und die Zecken schlagen wieder zu!

Viele Menschen kommen jetzt mit Zeckenstichen in die Arztpraxis.

Zecken übertragen neben FSME, der Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer durch Viren verursachten Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, die Borreliose, bei der es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt. Die Erreger der Borreliose sind den Erregern der Syphilis verwandt.

Während man gegen FSME vorbeugend impfen kann, was bei hohem Infektionsrisiko durchaus sinnvoll ist, kann man gegen die Borreliose nichts Vorbeugendes tun. Nach einer erfolgten Borrelien-Infektion kann man die Erkrankung jedoch durch frühzeitige Antibiotika-Gaben ausheilen.

Bei einem Zeckenstich drängen viele Menschen aus Angst vor Borreliose auf eine Antibiotika-Gabe. Was tun?

Das Problem: eine Borrelien-Infektion ist weit seltener, als angenommen wird. Viele Menschen müssten also grundlos über drei Wochen antibiotisch behandelt werden, mit negativen Folgen für das Immunsystem.  Die Blutuntersuchung auf Borreliose liefert Ergebnisse, die eine Borrelien-Infektion annehmen lassen, erst einige Wochen nach dem Infektionszeitpunkt.
 
Warum also nicht die Zecke untersuchen? Einfach die Frage klären, ob die Zecke überhaupt von Borrelien befallen ist. Ein Labortest der Spinnentiere auf Borrelien-Befall (Zecken-PCR) kann das Infektionsrisiko klären. Antibiotika lassen sich damit oft vermeiden.

"Etwa 96 Prozent der Betroffenen brauchen nach einem Zeckenstich keine Antibiotika", sagt Privatdozent Dieter Hassler aus Kraichtal. Ergeben hat das eine Studie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg. Dabei wurden 5000 von gestochenen Menschen entfernte Zecken auf Borrelien untersucht. Bei 15 Prozent der Spinnentiere wurden die Erreger gefunden. Aber nur bei etwa jedem vierten Menschen mit Stich von einer befallenen Zecke kam es auch zur Borreliose. Insgesamt infizierten sich also nur etwa vier Prozent." (zitiert nach der Ärzte-Zeitung vom 13. Mai 2008).

Werden keine Borrelien gefunden, dann kann Entwarnung gegeben werden.

Aber auch wenn die Zecke tatsächlich Borrelienträger war, kommt es bei den meisten Betroffenen nicht zur Infektion. Man sollte dann zehn bis vierzehn Tage nach dem Stich nach borrelientypischen Hautveränderungen (Erythema migrans) oder nach grippeähnlichen Allgemeinsymptomen fahnden

Bei allen Patienten mit Borrelien-positiven Zecken führen wir zudem nach vier bis sechs Wochen noch einen Antikörpertest durch. So können Borrelieninfektionen gut erkannt werden. Antibiotika-Behandlungen bleiben damit weitgehend den Menschen vorbehalten, bei denen es auch tatsächlich zu einer Infektion gekommen ist.

Also: bringen Sie uns die Zecke mit in die Praxis, falls Sie diese erwischen konnten!

Wie entfernt man übrigens Zecken?

Lassen Sie fast alles, was Sie bisher gehört haben! Zum Beispiel das Drauftröpfeln von Öl. Das schadet mehr als es nützt. Es kann sein, dass die Zecke dann erst recht Erreger in die Wunde abgibt. Deshalb sollten Sie die Zecken auch niemals quetschen.

Man sollte daher Zecken ganz vorsichtig mit einer feinen Pinzette oder mit einem Skalpell entfernen. Dazu setzt man dicht über der Haut an und zieht oder hebelt die Zecke vorsichtig heraus. Im Zweifel: einen Arzt aufsuchen.

Da der Stechapparat einer Zecke mit den vielen Widerhaken kein Gewinde besitzt, muss die Zecke beim Entfernen weder rechts noch links gedreht werden. Und nach dem Entfernen bringen Sie die Zecke zum Arzt, siehe oben!



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Foto: (c) Baxter
Foto: (c) Baxter
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