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Reisemedizin - Badedermatitis - Zecken - Malaria

Reisemedizin allgemein

Reisemedizin: Sie haben Reisepläne – Badeurlaub in fernen Ländern, Segeltörn in ferne Gefilde, Fotosafari in südafrikanischen Nationalparks oder wollen Sie mit dem Rucksack durch entlegene Gegenden  Südostasiens?

Freuen Sie sich darauf – und denken Sie daran vorzusorgen. Klimatische Bedingungen können anders sein, die gewohnten Hygienestandards gibt es vielleicht nicht, die gesundheitlichen Risiken können erhöht sein.


Gut ist dran, wer sich vorbereitet: mit einer reisemedizinischen Beratung beim Arzt. Brauche ich Impfungen oder eine Malaria-Prophylaxe? Oder kann ich aufgrund meiner persönlichen Reisepläne oder der Reisezeit vielleicht darauf verzichten? Welche Risiken gibt es im Land meiner Reise-Träume?

Wir bieten Ihnen als CRM travel.NET®-Praxis einen reisemedizinischen Beratungsservice, immer aktuell. Gerne können Sie einen Termin unter 0611- 45 04 36 80 vereinbaren.

 

Neuerdings übernehmen zahlreiche gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die Reiseimpfungen, sofern sie im Zusammenhang mit einer privaten Auslandsreise stehen. Dabei werden sowohl die Impfleistungen des Arztes als auch die Impfstoffe erstattet. Versicherte müssen in der Regel nur die gesetzliche Zuzahlung (10 % des Impfstoffpreises, mindestens 5 € und maximal 10 €) selbst tragen.

Impfkosten für berufliche Auslandsreisen müssen weiterhin vom Arbeitgeber getragen werden.

Die Kosten für die dringend zu empfehlende reismedizinische Beratung werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Die Abrechnung der Reiseimpfung erfolgt vorerst nach dem Kostenerstattungsverfahren, d. h. Sie als Versicherter treten für die Leistung zunächst in Vorkasse. Von Ihrem Arzt erhalten Sie eine Rechnung über den Impfstoff und die Impfleistung, die Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Für einige Impfstoffe werden Sie von Ihrem Arzt eine Privatrezept erhalten, das Sie dann mit der Rechnung des Arztes für die Impfleistung zusammen bei Ihrer Krankenkasse einreichen.

Die entstandenen Kosten, abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung, werden Ihnen dann nachträglich erstattet. Es ist denkbar, dass Ihnen der Rechnungsanteil für die Arztleistung nicht in voller Höhe erstattet wird, dies ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich.

Sind Sie privat krankenversichert, sollten Sie sich bezüglich einer Kostenübernahme bei Ihrer Krankenversicherung erkundigen.

Manche Krankenkassen erstatten jetzt auch die Kosten für eine Malariaprophylaxe.

Ob auch Ihre Krankenkasse die Kosten für die notwendige Reiseimpfung übernimmt, erfahren Sie im Internet unseres Partners CRM Centrum für Reisemedizin unter www.crm.de/krankenkassen.

Getrübte Badefreuden - Badedermatitis

Hautjucken, Fieber, Schock

Nach dem Badespaß im See extrem juckende Quaddeln, die dann in kleine, derbe Knötchen übergehen, Fieber oder in seltenen Fällen gar ein Schock.

Sind Umweltgifte im Spiel? – Sie können beruhigt sein.

Wahrscheinlich handelt es sich um eine meistens harmlose Badedermatitis, auch Zerkariendermatitis genannt. (Eine Dermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung). Andere gebräuchliche Ausdrücke für die vor fast neunzig Jahren erstmals beschriebene Krankheit: Vogel-Bilharziose, Reisfeldkrätze, Hundsblattern, Entenflöhe, swimmers' itch, sowie Wasser- oder Weiherhippeln.
Die Badedermatitis wird in Mitteleuropa durch die Larven (Zerkarien) von Saugwürmern hervorgerufen. Diese Larven befinden sich im Wasser des Badesees und sind eigentlich auf der Suche nach Wasservögeln, in der Regel Enten, dem eigentlichen Wirt für die Weiterentwicklung der Tiere.

In der Ente wachsen die Larven zu Saugwürmern (Schistosomen) heran, mit dem Entenkot werden Eier ins Wasser ausgeschieden, über Süßwasserschnecken (Zwischenwirt) entstehen neue Larven. Bei Temperaturen über 20 Grad Celsius schwärmen die Larven aus den Schnecken in Wasser aus, eigentlich, um erneut Wasservögel zu befallen.

Wenn sich diese Larven nun aber  "verirren" und statt der Haut eines Wasservogels die Haut eines menschlichen Schwimmers (Fehlwirt) durchbohren, sterben die Larven ab. Schlecht für die Larve – und schlecht für den Schwimmer.

Zehn Minuten nach dem Kontakt setzt ein Prickeln oder ein leichtes Jucken ein. An den Stellen, an denen die Larven eingedrungen sind, erscheinen etwa zwei Millimeter große gerötete Flecken. Nur bei wiederholtem Larvenbefall kommt es zur eigentlichen Dermatitis.

Die Badedermatitis ist daher ein "Sensibilisierungsphänomen". 10 bis 25 Stunden nach dem Eindringen der Zerkarien bekommen sensibilisierte Menschen drei bis acht Millimeter große Quaddeln. Am unangenehmsten ist das Jucken, das sehr viel stärker ist als nach einem Mückenstich. Die Quaddeln gehen nach Abklingen des Juckreizes in kleine, derbe Papeln über. Im Verlauf von 10 bis 20 Tagen heilen sie ohne Folgen ab.

Bei übersensibilisierten Patienten kann Fieber oder gar ein Schock auftreten. Starke allergische Reaktionen mit Schwindel, Schweißausbruch, Fieber und Übelkeit sind ein Notfall und müssen sofort behandelt werden. Rufen Sie unverzüglich einen Notarzt! Letzteres ist aber nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

Das Aufkratzen der Quaddeln ist zu vermeiden, es kann zu zusätzlichen Infektionen kommen.

Eine Behandlung ist nur mit Kortison oder antiallergischen Medikamenten möglich.

Es gibt keine ökologisch vertretbare Bekämpfungsmethode der Larven.

Was Sie beachten sollten:

  • Keine Enten füttern: Je mehr Futter, desto mehr Enten, mehr Kot und mehr Larven.
  • flache und wasserpflanzenreiche Uferzonen meiden, weil sich hier die Wasserschnecken aufhalten.
  • wasserfeste Sonnenschutzmittel verwenden,
  • nach dem Baden kräftig mit Handtuch abtrocknen, damit nur teilweise in die Haut eingedrungene Parasiten entfernt werden und Badekleidung zügig wechseln sowie
  • nicht kratzen, was Sekundärinfektionen verhindert.

Die Hauptschwärmzeit der Zerkarien beginnt mit der Badesaison im Frühsommer und dauert etwa eine Woche. Im Spätsommer gibt es einen zweiten Höhepunkt. Besonders nach Schönwetterperioden kommt es dann gehäuft zu Badedermatitiden.

Zecken

Sommerzeit - Zeckenzeit! Bringen Sie uns die Zecke mit!

Grillpartys im Grünen, Waldspaziergänge, Picknick an lauschigen Plätzen. Und die Zecken schlagen wieder zu!

Viele Menschen kommen jetzt mit Zeckenstichen in die Arztpraxis.

Zecken übertragen neben FSME, der Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer durch Viren verursachten Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, die Borreliose, bei der es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt. Die Erreger der Borreliose sind den Erregern der Syphilis verwandt. Foto: (c) Baxter

Während man gegen FSME vorbeugend impfen kann, was bei hohem Infektionsrisiko durchaus sinnvoll ist, kann man gegen die Borreliose nichts Vorbeugendes tun. Nach einer erfolgten Borrelien-Infektion kann man die Erkrankung jedoch durch frühzeitige Antibiotika-Gaben ausheilen.

Bei einem Zeckenstich drängen viele Menschen aus Angst vor Borreliose auf eine Antibiotika-Gabe. Was tun?

Das Problem: eine Borrelien-Infektion ist weit seltener, als angenommen wird. Viele Menschen müssten also grundlos über drei Wochen antibiotisch behandelt werden, mit negativen Folgen für das Immunsystem.  Die Blutuntersuchung auf Borreliose liefert Ergebnisse, die eine Borrelien-Infektion annehmen lassen, erst einige Wochen nach dem Infektionszeitpunkt.
 
Warum also nicht die Zecke untersuchen? Einfach die Frage klären, ob die Zecke überhaupt von Borrelien befallen ist. Ein Labortest der Spinnentiere auf Borrelien-Befall (Zecken-PCR) kann das Infektionsrisiko klären. Antibiotika lassen sich damit oft vermeiden.

"Etwa 96 Prozent der Betroffenen brauchen nach einem Zeckenstich keine Antibiotika", sagt Privatdozent Dieter Hassler aus Kraichtal. Ergeben hat das eine Studie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg. Dabei wurden 5000 von gestochenen Menschen entfernte Zecken auf Borrelien untersucht. Bei 15 Prozent der Spinnentiere wurden die Erreger gefunden. Aber nur bei etwa jedem vierten Menschen mit Stich von einer befallenen Zecke kam es auch zur Borreliose. Insgesamt infizierten sich also nur etwa vier Prozent." (zitiert nach der Ärzte-Zeitung vom 13. Mai 2008).

Werden keine Borrelien gefunden, dann kann Entwarnung gegeben werden.

Aber auch wenn die Zecke tatsächlich Borrelienträger war, kommt es bei den meisten Betroffenen nicht zur Infektion. Man sollte dann zehn bis vierzehn Tage nach dem Stich nach borrelientypischen Hautveränderungen (Erythema migrans) oder nach grippeähnlichen Allgemeinsymptomen fahnden

Bei allen Patienten mit Borrelien-positiven Zecken führen wir zudem nach vier bis sechs Wochen noch einen Antikörpertest durch. So können Borrelieninfektionen gut erkannt werden. Antibiotika-Behandlungen bleiben damit weitgehend den Menschen vorbehalten, bei denen es auch tatsächlich zu einer Infektion gekommen ist.

Also: bringen Sie uns die Zecke mit in die Praxis, falls Sie diese erwischen konnten!

Wie entfernt man übrigens Zecken?

Lassen Sie fast alles, was Sie bisher gehört haben! Zum Beispiel das Drauftröpfeln von Öl. Das schadet mehr als es nützt. Es kann sein, dass die Zecke dann erst recht Erreger in die Wunde abgibt. Deshalb sollten Sie die Zecken auch niemals quetschen.

Man sollte daher Zecken ganz vorsichtig mit einer feinen Pinzette oder mit einem Skalpell entfernen. Dazu setzt man dicht über der Haut an und zieht oder hebelt die Zecke vorsichtig heraus. Im Zweifel: einen Arzt aufsuchen.

Da der Stechapparat einer Zecke mit den vielen Widerhaken kein Gewinde besitzt, muss die Zecke beim Entfernen weder rechts noch links gedreht werden. Und nach dem Entfernen bringen Sie die Zecke zum Arzt, siehe oben!

Malaria tropica

Tod nach Kenia-Urlaub

Während und nach der Winterregenzeit ist in Kenia wie in anderen ostafrikanischen Ländern in jedem Jahr mit einem erhöhten Übertragungsrisiko von Malaria zu rechnen. Daran erinnert erneut ein tragischer Todesfall aus München: Eine 63-jährige Frau wurde am 9. Januar 2008 tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Diagnose Malaria tropica, der gefährlichsten Malariaform, wurde bei der Sektion gestellt. Die Frau war am 19. Dezember 2007 von einer dreiwöchigen Keniareise zurückgekehrt. Obwohl sie sich krank fühlte, hatte sie offenbar keinen Arzt aufgesucht.

Sie planen eine Reise? Lassen Sie sich reisemedizinisch beraten!

 

 

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